Beschneidung mit Klammergerät vs. klassische Methode — Studienergebnisse bei 879 Patienten

Die Beschneidung mit Klammergerät gehört heute zu den klinisch am häufigsten evaluierten, minimalinvasiven Behandlungsmethoden der Phimose bei Erwachsenen. Eine randomisierte klinische Studie, veröffentlicht im Brazilian Journal of Medical and Biological Research, verglich den zirkulären Stapler mit der klassischen chirurgischen Technik an einer Gruppe von 879 erwachsenen Männern. Die Ergebnisse zeigen eindeutig die Überlegenheit der Stapler-Methode in den Schlüsselparametern.

Methodik: Randomisierung, 4 Zentren, 879 Patienten

In die Studie wurden 879 erwachsene Männer (18–70 Jahre) mit Vorhautüberschuss oder Phimose eingeschlossen, die in den Jahren 2013–2014 in vier urologischen Abteilungen behandelt wurden. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt:

  • 441 Patienten — Beschneidung mit zirkulärem Klammergerät,
  • 438 Patienten — klassische Beschneidung mittels dorsaler Inzisionstechnik (gemäß WHO-Richtlinien).

Die Studie erhielt die Zustimmung der Bioethikkommission, und alle Patienten gaben ihre informierte Einwilligung. Verglichen wurden: Operationszeit, Schmerzintensität, Blutverlust, Heilungszeit, Kosten und postoperative Komplikationen.

Ergebnisse: kürzer, weniger Blut, weniger Schmerzen, weniger Komplikationen

ParameterStaplerKlassische MethodeSignifikanz
Eingriffszeit6,8 Min.24,2 Min.p0,01
Blutverlust1,8 ml9,4 mlp0,01
Intraoperativer Schmerz (VAS)0,82,4p0,01
Postoperative Schmerzen (VAS)4,05,8p0,01
Komplikationen2,7%7,8%p0,01
Kosten des Eingriffs~357 USD~127 USDp0,01

Die Stapler-Methode verkürzte den Eingriff um fast das Vierfache und reduzierte den Blutverlust um mehr als das Fünffache, bei deutlich geringeren intra- und postoperativen Schmerzen.

Weniger Komplikationen und bessere Heilung

Die Stapler-Gruppe hatte eine niedrigere Komplikationsrate (2,7 % vs. 7,8 %). Ein schweres Ödem trat bei 5 von 441 Patienten (Stapler) im Vergleich zu 18 von 438 (klassische Methode) auf. In der Stapler-Gruppe wurde keine Wunddehiszenz festgestellt, während sie in der klassischen Gruppe bei 5 Patienten auftrat. Die Autoren führen diese Vorteile auf die kurze Operationszeit, das minimale Gewebetrauma und das Fehlen von Elektrokoagulation zurück. In der gesamten Gruppe von 879 Patienten wurden keine Penisdeformitäten oder Spätkomplikationen festgestellt.

Einschränkungen der Methode — fairerweise

Eine ehrliche Bewertung erfordert die Nennung der Schwachstellen:

  • Kosten — der Eingriff mit dem Klammergerät war deutlich teurer.
  • Entfernung der Klammern — bei 88 % der Patienten (388/441) war eine Entfernung der restlichen Klammern durch den Chirurgen erforderlich, da sie nicht immer spontan abfielen. Zusätzlich benötigten 9,5 % der Patienten intraoperativ eine Naht.

Gerade das Problem der Klammern wurde von den Autoren als Hauptrichtung für die weitere Verbesserung dieser Geräteklasse genannt.

Anastomat ZSR 2.0 im Licht dieser Daten

Der Anastomat ZSR 2.0 gehört zur Klasse der zirkulären Klammergeräte, deren Wirksamkeit und Sicherheit durch die obige Studie bestätigt werden. Neuere Generationen dieser Geräte sind so konzipiert, dass sie die von den Autoren beschriebene Haupteinschränkung – die Frage der Klammerentfernung – adressieren, u. a. durch einen Silikon-Heilungsring, der das spontane Abfallen der Klammern unterstützt, und einen anatomischen Schutz des Frenulums.

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Schlussfolgerungen

Eine randomisierte Studie an 879 Patienten bestätigt, dass die Beschneidung mit einem zirkulären Klammergerät schneller, blutärmer, schmerzärmer und mit einem geringeren Komplikationsrisiko verbunden ist als die klassische Methode. Die größten Herausforderungen – Kosten und Klammerentfernung – werden von nachfolgenden Gerätegenerationen angegangen. Die Stapler-Methode hat das Potenzial, zum Standard zu werden, insbesondere unter Bedingungen, die Wiederholbarkeit und kurze Operationszeiten erfordern.

Quelle: Jin XD, Lu JJ, Liu WH, Zhou J, Yu RK, Yu B, Zhang XJ, Shen BH. Adult male circumcision with a circular stapler versus conventional circumcision: A prospective randomized clinical trial. Braz J Med Biol Res. 2015;48(6):577–582. PMID: 25831203.

Inhalt für medizinische Fachkräfte bestimmt; ersetzt keine individuelle klinische Beurteilung.

Quellen

  1. Jin XD, Lu JJ, Liu WH, Zhou J, Yu RK, Yu B, Zhang XJ, Shen BH. Adult male circumcision with a circular stapler versus conventional circumcision: a prospective randomized clinical trial. Braz J Med Biol Res. 2015;48(6):577–582. doi:10.1590/1414-431X20154530. PMID: 25831203. In PubMed ansehen

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